Internationale Grünlandtage in Vorarlberg am 11. und 12. 6. 2010 Drucken E-Mail

Im Ländle, das sich in der Rheintalebene als intensiveres und in den Berglagen als extensiveres Grünlandgebiet präsentiert, finden am 11. und 12. Juni 2010 erstmals die internationalen Grünlandtage für die Praktiker aus Bayern, Baden-Württemberg, der Schweiz und aus Österreich statt. Organisiert wird diese Großveranstaltung vom Maschinenring Vorarlberg, von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, der Landwirtschaftsschule Hohenems, dem Lehr- und Forschungszentrum (LFZ) Raumberg-Gumpenstein, der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau (ÖAG) sowie den Partnern aus Baden-Württemberg (LAZBW Aulendorf), aus Bayern (Landesanstalt für Landwirtschaft) und aus der Schweiz (AGFF und Hochschule Zollikofen). Die Fachexperten aus all diesen Ländern werden bei den zwei Grünlandtagen Vorträge und Kurzbeiträge auf den Wiesen oder bei den Maschinen halten, sie sind zuständig für die Praktiker und für deren Fragen da. Praxis trifft Wissenschaft und Technik. Sie bearbeiten aktuelle Fragen in Gunstlagen und extremen Berglagen.

 

Am Freitag, dem 11. Juni wird im Großwalsertal in der Ortschaft Sonntag der Grünlandtag für extreme Berglandwirtschaft abgehalten.

Dieser Tag steht im Zeichen der Grünlandbewirtschaftung in den Bergregionen. Die Erzeugung von gutem Futter ist für die Erhaltung der Landwirtschaft in den Bergregionen von zentraler Bedeutung. Gerade in den extremen Bergregionen gibt es keine Alternativen zum Grünland, um die Offenhaltung der Kulturlandschaft zu gewährleisten. Und wo nur Grünland vorherrscht, da ist es logisch, dass dort die Tiere, welche auf die Verwertung dieses Futters spezialisiert sind, beheimatet sind. So ist die Haltung von Rindern, aber auch die Haltung von Schafen und Ziegen in diesem Gebiet vorherrschend.

 

Ziel des Grünlandtages für extreme Berglagen ist, die Qualität des Futters in den Bergregionen zu verbessern und auch die aktuellen Hilfsmittel/Maschinen und Techniken für die bodenschonende Bewirtschaftung dieser Flächen vorzustellen und vorzuführen.

Grundlage der Futterbereitung ist der Pflanzenbestand. Wie dieser idealerweise aussieht und durch welche Maßnahmen er verbessert werden kann, soll von den Experten vorgestellt werden. Gerade die Ausbringung von Saatgutmischungen zur Grünlandverbesserung stellt in den Bergregionen eine große Herausforderung dar. An diesem Tag werden technische Möglichkeiten demonstriert, wie Nachsaat in Hanglagen auch maschinell erfolgen kann.

 

Geeignete Saatgutmischungen für raue Standorte sind ein weiterer wichtiger Punkt. Hier werden Antworten von den Experten gegeben, welches Saatgut für diese speziellen Lagen empfohlen wird.

 

Von der Technik für die extremen Bergregionen werden in den Bereichen der Futterernte – Mähen bis zum Abtransport des Futters – die Maschinen und Geräte besprochen und im Steilhang eingesetzt.

So werden Einachsmäher mit verschiedenen Bereifungsvarianten und Mähbalken vorgeführt.

Im Vordergrund stehen Arbeitserleichterung, aber auch der schonende Umgang mit der Grasnarbe.

 

Vorführung der Maschinen von Landwirten aus der Region. Diese sind bestens mit ihren Geräten und dem Gelände vertraut. Dadurch ist die Qualität der Vorführung bestens gewährleistet.

 

 

Programm für extreme Berglagen

•  Mäh- und Kreiseltechnik in extremen und mittleren Berglagen (A. Pöllinger, Österreich)

Stationsbetrieb

•  Grünlandansprache (M. Elsäßer, Baden-Württemberg)

•  Einfluss der Düngung auf Pflanzenbestand (M. Diepolder, Bayern)

•  Bröckelverluste am Stängel-/Blattverhältnis

•  Schätzung des Trockenmassegehaltes des Futters

•  Grünland-Saatgut für Berggebiet und Alpen (K. Buchgraber, Österreich)

•  Schwad- und Erntetechnik (A. Pöllinger, Österreich)

•  Nachsaat von lückigen Grünlandnarben im Berggebiet (K. Buchgraber, Österreich)

 

Am Samstag, dem 12. Juni  findet in Hohenems in der Rheinebene der Grünlandtag für Gunstlagen statt. Es wird auch hier der Boden, die Artenvielfalt und spezielle Zusammensetzung der Wiesen besprochen. Die Frage der Bodenverdichtung als Auslöser für Bestandsprobleme und der richtigen Bereifung wird von Experten vorgestellt. Die lückigen Pflanzenbestände werden bei einer Feldbegehung besprochen und anschließend mit den unterschiedlichen Nach- und Übersaatgeräten erneuert. Die Sanierung von Beständen mit Gemeiner Rispe wird auf den Wiesen in allen Arbeitsgängen vorgeführt und die Details besprochen. Einen wesentlichen Schwerpunkt stellt auch die Siliertechnik vom Mähwerk mit und ohne Aufbereiter, Kreiselheuer, Schwader, Silierwagen, Feldhäcksler bis hin zur Ballenpresse dar. Die Futterqualität steht im Vordergrund, da die Grundfutterleistung die zentrale Größe bei der Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion ist.

 

Programm für Gunstlagen

•  Mähen mit Aufbereiter mit stündlicher Trockenmassebestimmung der Futtermasse (A. Pöllinger, Österreich)

Stationsbetrieb

•  Begehung unterschiedlicher intensiver Pflanzenbestände

(B. Tonn, Baden-Württemberg)

•  Bodenverdichtung, Bodenprofil (M. Stettler, Schweiz)

•  Bereifung im Grünland (M. Stettler, Schweiz)

•  Futterkonservierung und Futterbewertung (K. Buchgraber, Österreich)

•  Saatgut für Gunstlagen (K. Buchgraber, Österreich)

•  Silo-Erntetechnik im Vergleich (A. PÖLLINGER, Österreich)

•  Sanierung von Wiesen mit Gemeiner Rispe und Nachsaattechnik (K. Buchgraber, Österreich)

 

Für jene Bauern und Bäuerinnen sowie bäuerliche Jugend, die sich entschließen, an beiden Tagen mitzumachen, bietet sich ein interessantes wie auch geselliges Abendprogramm.

In der Veranstaltungshalle des BSBZ Hohenems (Landwirtschaftsschule) werden am 11. Juni ab 20.00 Uhr LR Erich Schwärzler und Präsident Josef Moosbrugger Kurzreferate zur Lage der Grünland- und Viehwirtschaft gehalten, Dr. Johann Schrottmaier wird zu den europaweiten Neuheiten in der Grünlandtechnik einen Ausblick geben. Mit viel Musik und Tanz sowie bester ländlicher Kulinarik wird gemeinsam unter den Bauern und Bäuerinnen „international“ gefeiert, moderiert wird dieser Abend von Karl Buchgraber.

 

Beide Grünlandtage beginnen um 9.30 Uhr – für Speis und Trank ist gesorgt – sie finden bei jedem Wetter statt. Nähere Infos unter www.oeag.gruenland.at. Auf Ihr Kommen aus dem Großraum Schweiz, Baden-Württemberg, Bayern, Südtirol und Österreich freut sich das „internationale“ Organisationsteam.

 

von Univ.-Doz. Dr. Karl Buchgraber

ÖAG/LFZ Raumberg-Gumpenstein

Im Ländle treffen sich Bäuerinnen und Bauern mit Grünland- und Viehwirtschaft aus der Schweiz, aus Baden-Württemberg, Bayern, Südtirol und Österreich sowie Italien.


 
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Raumberg-Gumpenstein
 25.04.2012 - 26.04.2012 | 08.30
Raumberg-Gumpenstein